Seit Broadcom VMware übernommen hat, hat sich für viele kleine und mittlere Unternehmen einiges geändert: Dauerlizenzen gibt es nicht mehr, stattdessen Abo-Bundles mit Mindestabnahmen. Viele merken das spätestens, wenn das Angebot zur Verlängerung auf dem Tisch liegt.
Die gute Nachricht: Mit Proxmox VE gibt es eine ausgereifte Open-Source-Alternative, die seit über 15 Jahren entwickelt wird und in vielen Unternehmen produktiv läuft. Die weniger gute: Eine Migration ist kein Knopfdruck. Hier ist, worauf es ankommt.
1. Erst inventarisieren, dann entscheiden
Bevor irgendetwas umgezogen wird, braucht es einen ehrlichen Blick auf den Bestand:
- Wie viele Hosts und VMs gibt es, wie viel Speicher belegen sie?
- Welche Betriebssysteme laufen in den VMs?
- Welche VMware-Funktionen werden tatsächlich genutzt (vMotion, HA, Snapshots, vSAN, NSX)?
- Welche Backup-Lösung ist im Einsatz, und funktioniert sie auch mit Proxmox?
- Gibt es Fachsoftware, deren Hersteller einen bestimmten Hypervisor vorschreibt?
Gerade der letzte Punkt wird gern übersehen. Manche Softwarehersteller supporten ihre Produkte offiziell nur auf bestimmten Plattformen. Das muss man nicht hinnehmen, aber man sollte es vorher wissen.
2. Storage und Netzwerk neu denken
Proxmox ist kein 1:1-Klon von vSphere. Es bringt eigene, sehr gute Konzepte mit:
- ZFS für lokale Storage mit Snapshots, Komprimierung und Integritätsprüfung
- Ceph für verteilten Storage im Cluster, sinnvoll ab drei Hosts
- Anbindung an bestehende NFS-, iSCSI- oder SMB-Storage
Welche Variante passt, hängt von Hardware, Budget und Verfügbarkeitsanforderungen ab. Hier lohnt sich die Planung, denn eine falsche Storage-Entscheidung ist später teuer.
3. Testmigration statt Sprung ins kalte Wasser
Seit Version 8.2 bringt Proxmox einen Import-Assistenten mit, der VMs direkt von einem ESXi-Host übernehmen kann. Das macht vieles leichter, aber nicht alles automatisch:
- Windows-VMs brauchen die VirtIO-Treiber, sonst ist die Performance schwach oder die VM startet nicht
- Netzwerkkarten bekommen neue Namen, statische IP-Konfigurationen müssen angepasst werden
- VMware Tools sollten entfernt, der QEMU Guest Agent installiert werden
Deshalb migrieren wir immer zuerst eine Kopie und testen, bevor das Original angefasst wird.
4. Backup von Anfang an mitdenken
Mit dem Proxmox Backup Server gibt es eine eigene Open-Source-Backup-Lösung mit inkrementellen, deduplizierten und verschlüsselten Backups. Sie ist eng in Proxmox VE integriert. Wichtig ist uns dabei immer: Ein Backup ist erst dann gut, wenn die Wiederherstellung getestet wurde.
5. Kosten ehrlich vergleichen
Die Lizenzkosten fallen weg, aber eine Migration ist Arbeit, und der Betrieb auch. Ein fairer Vergleich rechnet über drei bis fünf Jahre:
| Kostenpunkt | VMware | Proxmox VE |
|---|---|---|
| Software-Lizenz | jährliches Abo pro Kern | keine |
| Hersteller-Support | im Abo enthalten | optionale Subscription, deutlich günstiger |
| Migration | – | einmaliger Projektaufwand |
| Betrieb & Wartung | intern oder Dienstleister | intern oder Dienstleister |
Für die meisten kleinen und mittleren Umgebungen geht die Rechnung klar zugunsten von Proxmox aus. Aber nicht für alle, und das sagen wir dir auch.
Fazit
Der Umstieg von VMware auf Proxmox ist für viele Unternehmen ein sinnvoller Schritt: weniger Kosten, keine Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller, ausgereifte Technik. Der Schlüssel ist eine gute Vorbereitung.
Du überlegst, umzusteigen? In der kostenlosen Ersteinschätzung schauen wir uns deine Umgebung an und sagen dir ehrlich, ob und wie sich der Wechsel lohnt. Mehr zu Proxmox findest du auf unserer Proxmox-Seite.